{"id":228,"date":"2018-02-26T20:26:06","date_gmt":"2018-02-26T20:26:06","guid":{"rendered":"http:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/?page_id=228"},"modified":"2018-03-02T12:20:44","modified_gmt":"2018-03-02T12:20:44","slug":"der-wettlauf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/?page_id=228","title":{"rendered":"Der Wettlauf"},"content":{"rendered":"<h1>Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel<br \/>\nauf der Buxtehuder Heide<\/h1>\n<p style=\"text-align: right;\">M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm<br \/>\n<a href=\"http:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/?page_id=309\">\u25ba Hier geht es zu plattdeutschen Version des M\u00e4rchens<\/a><\/p>\n<p><em>1840 ver\u00f6ffentlichte Wilhelm Schr\u00f6der, geboren 1808 in Oldendorf bei Stade, im &#8222;Hannoverschen Volksblatt&#8220; erstmals das M\u00e4rchen &#8222;Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel auf der kleinen Heide bei Buxtehude&#8220; in niederdeutscher Sprache. Er hatte diese Geschichte, deren Ursprung schon im 17. Jahrhundert zu vermuten ist, in Bexh\u00f6vede (in der N\u00e4he von Bremerhaven), dem Wohnort seines Gro\u00dfvaters, des Amtsvogtes Wilhelm Krone, im Dorfkrug von einem alten J\u00e4ger geh\u00f6rt. Aber auch der Pastor im Dorf soll sie ihm erz\u00e4hlt haben. Den Austragungsort des sagenhaften Wettlaufs hat er letztlich jedoch nach Buxtehude verlegt. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind nicht bekannt.<br \/>\nUnter der Nummer 187 wurde die Geschichte 1843 von den Br\u00fcdern Jakob und Wilhelm Grimm in die 5. Auflage der Kinder- und Hausm\u00e4rchen aufgenommen.<\/em><\/p>\n<table style=\"width: 100%;\" cellspacing=\"1\" cellpadding=\"1\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-304\" src=\"http:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hase-igel-brunnen_1050.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hase-igel-brunnen_1050.jpg 850w, https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hase-igel-brunnen_1050-300x200.jpg 300w, https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hase-igel-brunnen_1050-768x512.jpg 768w, https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hase-igel-brunnen_1050-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Diese Geschichte ist ganz l\u00fcgenhaft zu erz\u00e4hlen, Jungens, aber wahr ist sie doch, denn mein Gro\u00dfvater, von dem ich sie habe, pflegte immer, wenn er sie erz\u00e4hlte, dabei zu sagen: &#8222;Wahr mu\u00df sie doch sein, mein Junge, denn sonst k\u00f6nnte man sie ja nicht erz\u00e4hlen.&#8220; Die Geschichte hat sich aber so zugetragen:<\/p>\n<p>Es war an einem Sonntagmorgen in der Erntezeit, just als der Buchweizen bl\u00fchte. Die Sonne war hell am Himmel aufgegangen, der Morgenwind ging frisch \u00fcber die Stoppeln, die Lerchen sangen in der Luft, die Bienen summten in dem Buchweizen, und die Leute gingen in ihren Sonntagskleidern nach der Kirche, kurz, alle Kreatur war vergn\u00fcgt, und der Swinegel auch. Der Swinegel aber stand vor seiner T\u00fcre, hatte die Arme untergeschlagen, guckte dabei in den Morgenwind hinaus und tr\u00e4llerte ein Liedchen vor sich hin, so gut und so schlecht als nun eben am lieben Sonntagmorgen ein Swinegel zu singen vermag. Indem er nun noch so halbleise vor sich hin sang, fiel ihm auf einmal ein, er k\u00f6nne wohl, w\u00e4hrend seine Frau die Kinder w\u00fcsche und anz\u00f6ge, ein bi\u00dfchen im Felde spazieren und dabei sich umsehn, wie seine Steckr\u00fcben st\u00e4nden.[\/ezcol_4fifth][ezcol_1fifth_end]<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-306\" src=\"http:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hui.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hui.jpg 150w, https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/hui-113x150.jpg 113w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n<p>Die Steckr\u00fcben waren das n\u00e4chste bei seinem Hause, und er pflegte mit seiner Familie davon zu essen und deshalb sah er sie als die seinigen an. Gesagt, getan. Der Swinegel machte die Haust\u00fcre hinter sich zu und schlug den Weg nach dem Felde ein. Er war noch nicht sehr weit vom Hause und wollte just um den Schlehenbusch, der da vor dem Felde steht, nach dem Steckr\u00fcbenacker hinaufschlendern, als ihm der Hase begegnete, der in \u00e4hnlichen Gesch\u00e4ften ausgegangen war, n\u00e4mlich um seinen Kohl zu besehen. Als der Swinegel des Hasen ansichtig wurde, bot er ihm einen freundlichen guten Morgen. Der Hase aber, der nach seiner Weise ein gar vornehmer Herr war und grausam hochfahrig dazu, antwortete nichts auf des Swinegels Gru\u00df, sondern sagte zu ihm, wobei er eine gewaltig h\u00f6hnische Miene annahm: &#8222;Wie kommt es denn, da\u00df du hier schon bei so fr\u00fchem Morgen im Felde ruml\u00e4ufst?&#8220; &#8222;Ich gehe spazieren&#8220;, sagte der Swinegel. &#8222;Spazieren?&#8220; lachte der Hase, &#8222;mir d\u00e4ucht, du k\u00f6nntest die Beine auch wohl zu besseren Dingen gebrauchen.&#8220; Diese Antwort verdro\u00df den Swinegel \u00fcber alle Ma\u00dfen, denn alles konnte er vertragen, aber auf seine Beine lie\u00df er nichts kommen, eben weil sie von Natur krumm waren. &#8222;Du bildest dir wohl ein&#8220;, sagte nun der Swinegel, &#8222;da\u00df du mit deinen Beinen mehr ausrichten kannst?&#8220; &#8222;Das denk ich&#8220;, sagte der Hase. &#8222;Das kommt auf einen Versuch an&#8220;, meinte der Swinegel, &#8222;ich behaupte, wenn wir wettlaufen, ich laufe dir vorbei.&#8220; &#8222;Das ist zum Lachen, du mit deinen krummen Beinen!&#8220; sagte der Hase, &#8222;aber meinetwegen mag es sein, wenn du so \u00fcbergro\u00dfe Lust hast. Was gilt die Wette?&#8220; &#8222;Einen goldnen Louisdor und eine Flasche Branntwein&#8220;, sagte der Swinegel. &#8222;Angenommen&#8220;, sprach der Hase, &#8222;schlag ein und dann kann&#8217;s gleich losgehen.&#8220; &#8222;Nein, so gro\u00dfe Eile hat es nicht&#8220;, meinte der Swinegel, &#8222;ich bin noch ganz n\u00fcchtern; erst will ich nach Hause gehen und ein bi\u00dfchen fr\u00fchst\u00fccken. In einer halben Stunde bin ich wieder hier auf dem Platz.&#8220; Damit ging der Swinegel, denn der Hase war es zufrieden. Unterwegs dachte der Swinegel bei sich: &#8222;Der Hase verl\u00e4\u00dft sich auf seine langen Beine, aber ich will ihn schon kriegen. Er ist zwar ein vornehmer Herr, aber doch nur ein dummer Kerl und bezahlen mu\u00df er doch.&#8220; Als nun der Swinegel zu Hause ankam, sagte er zu seiner Frau: &#8222;Frau, zieh dich eilig an, du mu\u00dft mit ins Feld hinaus.&#8220; &#8222;Was gibt es denn?&#8220; sagte die Frau. &#8222;Ich habe mit dem Hasen um einen goldenen Louisdor und eine Flasche Branntwein gewettet, ich will mit ihm um die Wette laufen und da sollst du mit dabei sein.&#8220; &#8222;O mein Gott, Mann!&#8220; schrie dem Swinegel seine Frau, &#8222;bist du nicht klug, hast du denn den Verstand verloren? Wie kannst du mit dem Hasen um die Wette laufen wollen?&#8220; &#8222;Halt den Mund, Weib&#8220;, sagte der Swinegel, &#8222;das ist meine Sache. R\u00e4soniere nicht in M\u00e4nnergesch\u00e4fte. Marsch, zieh dich an und dann komm mit.&#8220; Was sollte dem Swinegel seine Frau machen? Sie mu\u00dfte wohl folgen, sie mochte wollen oder nicht. Als sie nun miteinander unterwegs waren, sprach der Swinegel zu seiner Frau: &#8222;Nun pa\u00df auf, was ich sagen will. Sieh, auf dem langen Acker, dort wollen wir unsern Wettlauf machen. Der Hase l\u00e4uft n\u00e4mlich in der einen Furche und ich in der andern, und von oben fangen wir an zu laufen. Nun hast du weiter nichts zu tun, als du stellst dich hier unten in die Furche, und wenn der Hase auf der andern Seite ankommt, so rufst du ihm entgegen: &#8222;Ich bin schon da!&#8220;<\/p>\n<p>Damit waren sie beim Acker angelangt, der Swinegel wies seiner Frau ihren Platz an und ging den Acker hinauf. Als er oben ankam, war der Hase schon da. &#8222;Kann es losgehen?&#8220; sagte der Hase. &#8222;Ja wohl&#8220;, erwiderte der Swinegel. &#8222;Dann man zu!&#8220; Und damit stellte sich jeder in seine Furche. Der Hase z\u00e4hlte: &#8222;Eins, zwei, drei!&#8220; und los ging er wie ein Sturmwind den Acker hinunter. Der Swinegel aber lief ungef\u00e4hr nur drei Schritte, dann duckte er sich in die Furche nieder und blieb ruhig sitzen. Als nun der Hase in vollem Laufe unten am Acker ankam, rief ihm dem Swinegel seine Frau entgegen: &#8222;Ich bin schon da!&#8220; Der Hase stutzte und verwunderte sich nicht wenig. Er meinte nicht anders, es w\u00e4re der Swinegel selbst, der ihm das zurufe, denn bekanntlich sieht dem Swinegel seine Frau gerade so aus wie ihr Mann. Der Hase aber meinte: &#8222;Das geht nicht mit rechten Dingen zu.&#8220; Er rief: &#8222;Noch einmal gelaufen, wieder herum!&#8220; Und fort ging er wieder wie ein Sturmwind, da\u00df ihm die Ohren am Kopfe flogen. Dem Swinegel seine Frau aber blieb ruhig auf ihrem Platz. Als nun der Hase oben ankam, rief ihm der Swinegel entgegen: &#8222;Ich bin schon da!&#8220; Der Hase aber ganz au\u00dfer sich vor Eifer schrie: &#8222;Nochmal gelaufen, wieder herum!&#8220; &#8222;Macht mir nichts aus&#8220;, antwortete der Swinegel, &#8222;meinetwegen so oft wie du Lust hast.&#8220; So lief der Hase dreiundsiebzigmal, und der Swinegel hielt es immer mit ihm aus. Jedesmal, wenn der Hase unten oder oben ankam, sagte der Swinegel oder seine Frau: &#8222;Ich bin schon da!&#8220; Zum vierundsiebzigstenmal aber kam der Hase nicht mehr zu Ende. Mitten auf dem Acker st\u00fcrzte er zur Erde, das Blut scho\u00df ihm aus dem Halse und er blieb tot auf dem Platze. Der Swinegel aber nahm seinen gewonnenen Louisdor und die Flasche Branntwein, rief seine Frau aus der Furche ab und beide gingen vergn\u00fcgt nach Hause, und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch. So begab es sich, da\u00df auf der Buxtehuder Heide der Swinegel den Hasen zu Tode gelaufen hat, und seit jener Zeit hat es sich kein Hase wieder einfallen lassen, mit einem Buxtehuder Swinegel um die Wette zu laufen.&nbsp;<\/p>\n<p>Die Lehre aber aus dieser Geschichte ist erstens, da\u00df keiner, und wenn er sich auch noch so vornehm d\u00fcnkt, sich soll beikommen lassen, \u00fcber einen geringen Mann sich lustig zu machen, und w\u00e4re es auch nur ein Swinegel. Und zweitens, da\u00df es geraten ist, wenn einer freit, da\u00df er sich eine Frau aus seinem Stande nimmt, und die just so aussieht, wie er selbst. Wer also ein Swinegel ist, der mu\u00df zusehen, da\u00df seine Frau auch ein Swinegel ist, und so weiter.&nbsp;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel auf der Buxtehuder Heide M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm \u25ba Hier geht es zu plattdeutschen Version des M\u00e4rchens 1840 ver\u00f6ffentlichte Wilhelm Schr\u00f6der, geboren 1808 in Oldendorf bei Stade, im &#8222;Hannoverschen Volksblatt&#8220; erstmals das M\u00e4rchen &#8222;Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel auf\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/?page_id=228\"><span>Continue reading<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.5 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Der Wettlauf - Heimat- und Geschichtsverein Buxtehude<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/heimat-und-geschichtsverein-buxtehude.de\/?page_id=228\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der Wettlauf - Heimat- und Geschichtsverein Buxtehude\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel auf der Buxtehuder Heide M\u00e4rchen der Br\u00fcder Grimm \u25ba Hier geht es zu plattdeutschen Version des M\u00e4rchens 1840 ver\u00f6ffentlichte Wilhelm Schr\u00f6der, geboren 1808 in Oldendorf bei Stade, im &#8222;Hannoverschen Volksblatt&#8220; 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